Vernissage: Do 24.09. 18:00 – 21:00 Uhr
Finissage: Sa 10.10. 18:00 – 21:00 Uhr
Offen: Do, Fr, Sa 14:00 – 18:00 Uhr
Kulturmuseum Bern, Schützenweg 22

«Du bist doch nicht aus Zucker – du schmilzt schon nicht.»

Diesen Satz kennt Mariia Popovych seit ihrer Kindheit in der Ukraine. Gemeint ist: Halt durch. Stell dich nicht so an. Ihre Antwort darauf ist kurz: «Ich bin aus Zucker.»

Mariia Popoviychs Kunstaktion beginnt im öffentlichen Raum von Biel und Bern. In Abständen von einer Woche erscheinen Plakate: DU BIST DOCH NICHT AUS ZUCKER. Dann: DOCH. Schliesslich: ICH BIN AUS ZUCKER, mit der Angabe von Ort und Zeit der Ausstellung. Manche Plakate werden abgerissen, andere lösen Gespräche aus. Ein Passant bleibt stehen und sagt: «Vielleicht bin ich auch aus Zucker.»

Im Kulturmuseum Bern wird die sprachliche Behauptung in Form einer kleinen, ungelenken menschlichen Figur aus Zuckerwürfeln wörtlich. Zur Vernissage stellt die Künstlerin den ganzen Abend Zuckerwatte her. Sie wird nicht gegessen, sondern gesammelt und bleibt bis zum Ende der Ausstellung im Raum. Mit der Zeit verändert sie ihre Form, wird zur Masse, bis sie an der Finissage wieder zu Zuckerwatte verarbeitet wird. Fest, luftig, klebrig, weich oder dicht: Der Zustand ändert sich, das Material bleibt dasselbe.

Die Ausstellung «Ich bin aus Zucker» ist der Auftakt eines langfristigen künstlerischen Zyklus von Mariia Popovich. Sprache bildet den Ausgangspunkt ihrer Kunst. Redewendungen, literarische Fundstücke und kleine Verschiebungen der Bedeutung entwickeln sich zu Objekten, Zeichnungen, Texten, Installationen und Performances. Mariia Popovych studierte Kulturwissenschaften in der Ukraine. Sie lebt und arbeitet in Bern und ist als Multimedia Designerin in Spiez tätig.

Ob auch wir aus Zucker sind, wird sich zeigen. Willkommen im Kulturmuseum Bern. Der Eintritt ist frei. 

Werde Kulturist*in, so bleibt das Kulturmuseum Bern unabhängig!